LK Mathe bei Frau Bald: From Dusk till Dawn!

Alles begann an einem schönen sonnigen frühlingstag in der 11. Klasse als die “4 Musketiere” (Schuelerinnen) aufbrachen, um ihre Mathematiklehrerin der 8. – 10. Klasse zu überzeugen den Mathematik-Leistungskurs zu übernehmen.

Mathe-LK Von dieser Kursleiterin erhofften sich Porthos, Arthos, Aramis und D’ Artagnan die nötige seelische und psychische Vorbereitung, sowie den perfekten Umgang mit den lebenswichtigen Waffen wie Lineal, Stifte, Hefte, Schaschlikspieße und Äpfel (analytische Geometrie), um die bevorstehende entscheidende Schlacht (Abitur) zu gewinnen. Zu diesen 4 Musketieren stießen noch weitere Schlachtteilnehmer, die bereit waren die Waffentechnik der EMB zu erlernen. Allerdings sollte es für einige dieser zum überlebenstraining der besonderen Art werden. Am 16. September 1996 scharten sich also die 17 Teilnehmer um GI Eva-Maria um “die Akte LK-Mathe” zu öffnen.

Bald lernten wir in der fuenfstuendigen Wochenausbildung die korrekten Verhaltensweisen eines Soldaten:

1. 5 Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Puenktlichkeit, in Ausnahmesituationen d.h. Nahkämpfen (Klausuren) 10 Minuten.

2. Zu Beginn der Unterrichtseinheit muß jeder Soldat, egal welchen Ranges, salutieren. Manche versuchen dieser Ehrerbietung aus dem Wege zu gehen, indem sie sich freiwillig dem Militärchor angeschlossen haben, um in Notsituationen den anderen den Marsch blasen zu können (Corporal Harry und Private First Class Marxi).

3. Major Bald teilte die Trainingseinheiten in den 3 Fachgebieten (Analysis, Stochastik und analytische Geometrie) so auf die einzelnen Wochenstunden auf, daß die Auszubildenden einen optimalen Lernerfolg erzielen konnten.

4. Zu Beginn der uebungseinheit verwandelte sich der Trainingsraum in ein Las-Vegas-”Casino”: es wurden Wetten abgeschlossen welche Fachrichtung als erstes zu absolvieren ist.

5. Nachdem Major Bald ihre T-Tueten auf mindestens 3 Arbeitstischen verteilte, gab sie die erste Lerneinheit bekannt (meist Stochastik), und manch ein Corporal und Private freute sich die Wette gewonnen zu haben.

6. Der nun folgende Hausaufgabenvergleich stellte für die meisten Corporals und Privates eine Mission Impossible dar, denn vor allem die “Bad Boys” aus Greding zogen es vor, ihre häuslichen Arbeiten auf x=0 zu reduzieren.

7. Der folgende Unterricht war geprägt von zahlreichen Fehlern bei der Tafelanschrift, die auf das nächtliche Internetsurfen zurueckzufuehren sind. Darum waren höchste Konzentration und Aufmerksamkeit bei den Schuelern erforderlich.

8. Im Laufe der Stunde wurde die Anwesenheitsliste kontrolliert, was oft zu besorgten Fragen um das Wohlergehen der abwesenden Schueler fuehrte. Beim Wiedererscheinen mußte man damit rechnen “In the Line of Fire” (Bombardierung mit Fragen) zu geraten. Am besten informierte man Eva-Maria bereits im voraus über zukuenftige Abwesenheit und holte den verpaßten Unterrichtsstoff (mind. 2 Seiten) so schnell wie möglich nach.

9. Ein charakteristisches Merkmal war, daß bei Doppelstunden die erste Stunde mindestens 60 Minuten dauerte. Die folgende Pause eine Länge von 2-5 Minuten hatte (sie sammelte ihre Kueken wieder wie eine Glucke zusammen), so daß für die zweite Stunde nicht mehr allzuviel Zeit war.

10. Des öfteren hatte Major Bald mit dem Overheadprojektor zu kämpfen. Glücklicherweise konnte durch die “schlagkräftige” Hilfe von “Demolition Man” Schreibschi das Problem behoben werden.

11. Auch war sie immer für anschaulichen Unterricht zu haben. Die Kombinatorik wurde anhand von Ringelreihen tanzen und Sitzplatzwechsel erklärt. Bei der Geometrie griff Major Bald öfter auf Hilfsmittel wie Notenständer, Stifte ihrer Schueler und ihre Gliedmaßen (Verrenkungen) zurueck.

12. Leute, die es wagten ihren Unterricht zu stören, bot sie an die uebungsstunde fortzusetzen.

13. Die zwei Jahre waren geprägt von vielen persönlichen Gesprächen mit GI Bald (nicht nur während der Schulzeit, sondern auch bei Telefonaten, Besuchen und der Kursfeier). Thema dieser Gespräche waren Arztbesuche, Wasserrohrbrueche, Computerviren (und das vor einer Klausur!) und Schulbesuche in der japanischen Schule in Frankfurt. Außerdem konnten wir jederzeit mit Problemen zu ihr kommen.

Die letzten Wochen bis zum “Dead Pupil Walking” (Abitur) sind geprägt von lebensnotwendigen Tips unseres “Bodyguards”, sowie von unzähligen uebungsaufgaben. Zu hoffen bleibt, daß der 18. Mai 1998 kein Untergang der mathematischen Titanic wird. Darum lernen wir from Dusk till Dawn.

LM Mathe