Kursfahrt Deutsch / Französisch / Biologie - Ja was ? Oder: Avignon

Freitag, 19.09.97, 22.00Uhr. Auf dem Parkplatz des Gymnasiums Hilpoltstein versammelten sich 2 Schueler, 16 Schuelerinnen und zwei Lehrkörper”innen”, um den Sueden Frankreichs zu
erkunden. Doch…

… nach 9 Stunden Fahrt machte sich schon das erste Heimweh bemerkbar und nach langer Suche war jeder im Bus froh, als ein Mc Donalds- Schild auftauchte und uns heimatliche Genuesse vrsprach. Satt und zufrieden ging`s nun weiter nach ORANGE, um ein altes Amphitheater zu besichtigen. Durch den spektakulären Auftritt unserer beiden Tenöre wurde uns auch gleich die phänomenale Akustik (wenn auch illegal) demonstriert. Dann endlich: AVIGNON – unser Ziel.

Nach Baguette, Croissants und Kaba bzw. Kaffee am nächsten Morgen, nutzten wir die Chance kostenlos den PALAIS DES PAPES zu besichtigen. Aber der hier gewonnene geistliche Friede sollte nicht lange andauern, denn in ARÈNES DE NIMES war Volksfest mit Markt und CORRIDA (Stierkampf) angesagt.
Wie fast jeden weiteren Abend, saßen wir auch an diesem bei Bordeaux am Ufer der Rhone und knuepften Kontakte mit der Oberpfalz, Aachen und Spanien (wir waren immer noch in Frankreich!). für spannende Abwechslung sorgte die Polizei, die zwei bei uns sitzende Randalen verhaftete und mit Handschellen abfuehrte. Belebt durch derartige Zwischenfälle und trotz kleiner Streitereien mit dem Security-Man dauerten die Nächte immer sehr lange, da man auf den Betten ohnehin sehr unbequem lag (auch wenn man seine Matratze auf den Boden legte).
Nach durchzechter Nacht konnte es der Ein oder Anderen schon passieren, dass sie die Zahnbuerste morgens im Muelleimer wiederfand. Unsere Männer behueteten ihre Waschutensilien jedoch sorgfältiger und ließen wegen ihrer Morgentoilette sogar hin und Wieder das frühstueck sausen.

Avignon 1

Am Sonntag stand nicht nur AIGueS MORTES (einkaufen), die CAMARGue und die Tiere der PROVENCE (ja wo waren sie denn?) auf dem Programm, sondern auch der lang ersehnte Nachmittag am Meer. Hier konnte jeder seinen infantilen Trieben nachgehen: Sandburgen bauen, Tretboot fahren, im Wasser toben (sich mit Sand bewerfen, gell Inga) oder einfach nur relaxen.

Wie jeden Morgen, stuermten am Dienstag 18 Deutsche den CARREFOUR (Supermarkt), um die Käse-, Wein- und Baguettevorräte zu pluendern, vor allem aber um Plastiktueten für Frau Helmckes Badezimmermuelleimer mitgehen zu lassen (auf diese Weise spart sie sich Muelleimerbeutel). Frau Sothmann hingegen beschäftigten andere Probleme. Wo ist Sueden, Norden, Osten ? (Wo steht welcher Pfosten?) bzw. Wo geht in ARLES die Sonne auf? Als diese Fragen geklärt waren fuhr uns der Busfahrer sicher nach LEs BAUX, der toten Stadt. Der Heimweg musste allerdings um eine halbe Stunde verschoben werden, da der Bus Probleme machte.
Enttäuscht, dass die Abschlußfahrt jetzt doch nicht verlängert werden muss (es war nur ein Keilriemen kaputt) und erschöpft kamen wir ins Kloster SAINT MICHEL zum Abendessen. Untypisch für die Gegend gab es hier lieblichen Wein, der Frau Sothmann gar allzu gut mundete.

Avignon 2

Feucht fröhlich, wie der vorige Abend geendet hatte, ging es am Donnerstag zu der FONTAINE DE VAUCLUSE. Natur pur erleben. Nach einem längeren Marsch vertilgten wir beim Mittagspicknick (die

Guenstigste Art, sich in Frankreich zu ernähren) unseren Käse, Baguette, etc. Es gab sogar Feigen, frisch vom Baum.

Der Nachmittag hingegen verlief etwas stressiger, da einige von uns inzwischen genug vom “Sight-Seein”hatten, auf dem Tagesplan Standen allerdings noch die Steinhuetten bei Gordes. Da die Teilnahme bei diesem Ausflug freigestellt worden war, trennten sich hier unsere Wege. Doch von den Ockerbergen war wieder jeder von uns begeistert und die Stimmung war wieder bestens.

Der eigentliche Höhepunkt unserer Reise sollte aber erst noch kommen: Die Kanufahrt auf der Rhone. Je Zwei von uns bekamen ein Boot und eine Tonne, in der wir unsere Wertsachen verstauen konnten.

Avignon 3

Da das Paddeln nicht jeder-frau-s Sache war, dauerte es etwas länger bis wir zu der von Frau Helmcke viel gepriesenen Pont du Gard – unser großes Ziel -erreichten. Kleinere Bootsungluecke, Kenterversuche und Spritzaktionen ließen uns die Tiefen des Flusses kennenlernen. Doch zum Schluss stuertzten sich fast alle freiwillig ins kalte Nass.

Auf der Heimfahrt bekamen wir noch die Möglichkeit, unsere letzten Francs auf einem Bauernmarkt auszugeben. Die Geldbeutel blieben jedoch nicht lange leer. Vor der Toilette einer deutschen Autobahnraststette wurden unsere Gesangstalente mit 50 Pf für ihre Kuenste belohnt.

Kurz: Es war eine schöne Woche, auch wenn man zum umfangreichen Programm manchmal sagen mochte: Ja was!

Avignon 4